Erworbene Angioödeme

Neben dem hereditären Angioödem (HAE) und dem Angioödem durch Herkreislauf-Medikamente gibt es eine weitere, äußerst seltene Form des Bradykinin-vermittelten Angioödems. Ähnlich wie beim HAE ist auch diese Form durch einen Mangel an C1-Esterase-Inhibitor<//lex> (C1-INH) gekennzeichnet. Allerdings entsteht der Mangel nicht durch eine Veränderung der Gene (Erbanlagen), sondern durch bestimmte Erkrankungen oder Prozesse im Körper, die vermehrt C1-INH verbrauchen oder inaktivieren. Die Folge: Es steht zuwenig C1-INH zur Verfügung, um eine übermäßige Bradykinin-Bildung zu bremsen. Die Bradykinin-Spiegel steigen an und es können sich Schwellungen an Haut und Schleimhäuten ausbilden.

Im Unterschied zum hereditären Angioödem tritt diese seltene Form des Bradykinin-vermittelten Angioödems meist erst nach dem 30. Lebensjahr auf, andere Familienangehörige sind davon nicht betroffen Das erworbene Angioödem kann die Begleiterscheinung einer anderen Grunderkrankung sein, die auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden muss.