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Wenn Kinder betroffen sind

Bei Kindern können Bauchschmerzen, Krämpfe oder Schwellungen an Armen und Beinen viele verschiedene Ursachen haben. Wenn jedoch Stürze und kleinere Unfälle auffällige Schwellungen nach sich ziehen, sollte dies die Aufmerksamkeit der Eltern und Ärzte erregen. Es könnte sich um die ersten Anzeichen für ein hereditäres Angioödem (HAE) handeln. Folgende fünf Merkmale weisen auf die Erkrankung hin, wenn sie wiederholt auftreten:

  • plötzliche Bauchschmerzen ohne erkennbare Ursache,
  • starke krampfartige Schmerzen ohne erkennbare Ursache,
  • Übelkeit und Erbrechen ohne erkennbare Ursache,
  • Schwellungen an Armen und Beinen (z. B. nach Stürzen oder Stößen),
  • Schwellungen am Mund, Hals oder im Gesicht (z. B. nach Zahndurchbruch).

Das hereditäre Angioödem (HAE) betrifft Jungen und Mädchen gleichermaßen. Die ersten Krankheitszeichen treten häufig im Alter von etwa fünf Jahren und in der Pubertät auf. Die hormonelle Umstellung in der Pubertät macht vor allem Mädchen zu schaffen, denn durch die Östrogene können sich die Krankheitszeichen erst richtig entfalten oder verschlimmern. Bei Verdacht auf HAE sollte der Arzt zur Abklärung so früh wie möglich eine Blutuntersuchung durchführen.

Damit einem betroffenen Kind bei Attacken wirksam geholfen werden kann, empfiehlt es sich für die Eltern, möglichst offensiv mit der Krankheit ihres Kindes umgehen. Das bedeutet konkret:

  • Alle Betreuer, Erzieher und Lehrer müssen über die Krankheit informiert sein.
  • Kontaktdaten von Ansprechpartnern (Eltern, Verwandte, Arzt, HAE-Zentrum) müssen für den Fall von Attacken allen, die mit den Kindern zu tun haben, bekannt sein.
  • Bei Ausflügen, Klassenfahrten und anderen Aktivitäten den betreuenden Personen Notfallausweis, Notfallmedikament und evtl. Arztbrief mitgeben.
  • Bei längeren Ausflügen evtl. Klinik oder Arztpraxis vor Ort informieren.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und das Führen eines Schwellungskalenders helfen, die Krankheit so wirksam wie möglich zu behandeln.