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Angioödem-Lexikon

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ACE-Hemmer

ACE-Hemmer (= "Angiotensin Converting Enzyme-Hemmer") sind Medikamente, die bei Bluthochdruck, aber auch bei Herzschwäche, nach einem Herzinfarkt oder bei Nierenschwäche eingesetzt werden. Etwa 0,1-0,6% der Patienten, die ACE-Hemmer erhalten, entwickeln Angioödeme. Zu den ACE-Hemmern gehören Wirkstoffe, die auf "pril" enden: Benazepril, Captopril, Cilazapril, Enalapril, Fosinopril, Lisinopril, Moexipril, Perindopril, Quinapril, Ramipril, Spirapril, Trandolapril.

Adrenalin

So genanntes "Stresshormon". In der Medizin wird Adrenalin unter anderem als Notfallmedikament bei schweren allergischen Reaktionen eingesetzt. Es hat eine gefäßverengende Wirkung und verringert die Gefäßdurchlässigkeit.

Akutes Abdomen

Plötzlich auftretende heftige Bauchschmerzen, hinter denen sich eine unter Umständen lebensbedrohliche Erkrankung im Bauchraum verbirgt. Oftmals muss notfallmäßig operiert werden.  

Allergie

"Unverträglichkeitsreaktion": Überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (= Allergene).

Angioödem

Angioödeme sind Schwellungen der tieferen Hautschichten oder/und der Schleimhäute.

Antihistaminika

Antihistaminika sind Arzneimittel, die die Wirkung von Histamin aufheben.

Aspirin

Aspirin ist ein Markenname für den Wirkstoff Acetylsalicylsäure, kurz ASS genannt. Das Medikament hat eine schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung. Es ist nicht verschreibungspflichtig und wird häufig als Mittel gegen Kopfschmerzen eingesetzt.

Aszites

Krankhafte Ansammlung von freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle.

AT-1-Blocker

AT-1-Blocker (= Angiotensin-Rezeptorblocker) sind Medikamente, die bei Bluthochdruck, aber auch bei Herzschwäche, nach einem Herzinfarkt oder bei Nierenschwäche eingesetzt werden. Unter dem Einsatz von AT-1-Blockern wurden in Einzelfällen Schwellungsattacken berichtet – allerdings weniger häufig als unter der Einnahme von ACE-Hemmern. Zu den AT-1-Blockern gehören Wirkstoffe, die auf "sartan" enden: Candesartan u. a., Losartan, Valsartan.

Autosomal dominant

Erbgang, beim dem Merkmale unabhängig vom Geschlecht weitergegeben werden und der andere Merkmale überdeckt. Wird ein Merkmal autosomal dominant vererbt, besteht für das Kind eine Wahrscheinlichkeit von 50%, dieses Merkmal zu bekommen.

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Bradykinin

Bradykinin ist ein Eiweiß, das ähnlich wie Histamin wirkt. Es bindet an Gefäß-Rezeptoren und erhöht unter anderem die Durchlässigkeit der Gefäßwand. Bradykinin wird bei Aktivierung des Kininsystems gebildet.

Bradykinin-B2-Rezeptoren

Rezeptoren in der Gefäßwand, an die der Eiweißstoff Bradykinin bindet. Durch das Andocken von Bradykinin an die Bradykinin-B2-Rezeptoren werden Prozesse in Gang gesetzt, in deren Folge die Durchlässigkeit der Gefäßwand zunimmt und vermehrt Flüssigkeit in das umliegende Gewebe übertritt.

Bradykinin-Rezeptor-Antagonist

Synthetisch hergestellter Eiweißstoff (Wirkstoffname: Icatibant), der eine ähnliche Struktur wie Bradykinin aufweist und dieses von seinem Rezeptor verdrängt. Icatibant wird zur Behandlung von Schwellungsattacken beim hereditären Angioödem mit C1-INH-Mangel eingesetzt.

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C1-Esterase-Inhibitor

 C1-Esterase-Inhibitor (abgekürzt C1-INH) ist ein wichtiger Eiweißstoff, der verschiedene Stoffwechselvorgänge im Körper reguliert. Beim hereditären Angioödem haben die Betroffenen entweder zu wenig C1-INH oder ein defektes C1-INH, das nicht richtig funktioniert. C1-INH sorgt unter anderem dafür, dass bei Entzündungen, Gerinnungsreaktionen und anderen Prozessen im Körper nicht zuviel Bradykinin gebildet wird. Bradykinin erhöht die Durchlässigkeit der Blutgefäße. Wird die Bradykinin-Herstellung durch C1-INH nicht in Grenzen gehalten, kann es zu Schwellungsattacken kommen.

Chromosom

Chromosomen sind Träger der Erbinformation. Sie befinden sich im Zellkern.

C1-INH

Abkürzung für C1-Esterase-Inhibitor. C1-INH ist ein wichtiger Eiweißstoff, der verschiedene Stoffwechselvorgänge im Körper reguliert. Beim hereditären Angioödem haben die Betroffenen entweder zu wenig C1-INH oder ein defektes C1-INH, das nicht richtig funktioniert. C1-INH sorgt unter anderem dafür, dass bei Entzündungen, Gerinnungsreaktionen und anderen Prozessen im Körper nicht zuviel Bradykinin gebildet wird. Bradykinin erhöht die Durchlässigkeit der Blutgefäße. Wird die Bradykinin-Herstellung durch C1-INH nicht in Grenzen gehalten, kann es zu Schwellungsattacken kommen.

C1-INH-Konzentrat

Aus Blutplasma gewonnener und konzentrierter C1-Esterase-Inhibitor, der zur Behandlung von Schwellungsattacken beim hereditären Angioödem eingesetzt wird.

C1q

Faktor des Komplementsystems, der in der Diagnostik zur Unterscheidung zwischen hereditärem Angioödem (Konzentration normal) und erworbenem Angioödem (Konzentration erniedrigt) herangezogen wird.

C4

Faktor des Komplementsystems und wichtiger Laborparameter zur Diagnose des hereditären Angioödems (Konzentration bei Typ I und Typ II erniedrigt, beim seltenen Typ III normal).

Computertomographie

Verfahren, mit dem man Schnittbilder des Körpers erzeugen und so Organe und krankhafte Organveränderungen untersuchen kann. Für die Aufnahme der Schnittbilder werden Röntgenstrahlen eingesetzt.

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Dysphagie

Schluckstörung. Mögliches Anzeichen für eine Schwellungsattacke im Kehlkopfbereich.

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Endoskopie

"Spiegelung": Untersuchung, bei der mit speziellen Geräten (Endoskop) Körperhöhlen und Hohlorgane betrachtet werden können.

Erythema marginatum

Entzündliche kreisförmige Hautrötung infolge Mehrdurchblutung. Das Erythema marginatum kann der Vorbote einer Schwellungsattacke sein.

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Gen

Träger der Erbinformation für die Herstellung eines bestimmten Proteins (Eiweißstoffs), das spezifische Funktionen im Körper übernimmt. Die Gene befinden sich auf den Chromosomen.

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HAE

Abkürzung für hereditäres Angioödem. Das hereditäre (= "vererbte") Angioödem geht auf eine Veränderung (= "Mutation") der Erbanlagen zurück. Betroffen ist ein Gen auf dem Chromosom 11. Dieses Gen ist für die Bildung des so genannten C1-Esterase-Inhibitors (abgekürzt C1-INH) zuständig. C1-INH ist ein wichtiger Eiweißstoff, der verschiedene Stoffwechselvorgänge im Körper reguliert. Beim hereditären Angioödem haben die Betroffenen entweder zu wenig C1-INH oder ein defektes C1-INH, das nicht richtig funktioniert. C1-INH sorgt unter anderem dafür, dass bei Entzündungen, Gerinnungsreaktionen und anderen Prozessen im Körper nicht zuviel Bradykinin gebildet wird. Bradykinin erhöht die Durchlässigkeit der Blutgefäße. Wird die Bradykinin-Herstellung durch C1-INH nicht in Grenzen gehalten, kann es zu Schwellungsattacken kommen.

Hereditär

= erblich.

Hereditäres Angioödem

Das hereditäre (= "vererbte") Angioödem (abgekürzt HAE) geht auf eine Veränderung der Erbanlagen zurück. Betroffen ist ein Gen auf dem Chromosom 11. Dieses Gen ist für die Bildung des so genannten C1-Esterase-Inhibitors (abgekürzt C1-INH) zuständig. C1-INH ist ein wichtiger Eiweißstoff, der verschiedene Stoffwechselvorgänge im Körper reguliert. Beim hereditären Angioödem haben die Betroffenen entweder zu wenig C1-INH oder ein defektes C1-INH, das nicht richtig funktioniert. C1-INH sorgt unter anderem dafür, dass bei Entzündungen, Gerinnungsreaktionen und anderen Prozessen im Körper nicht zuviel Bradykinin gebildet wird. Bradykinin erhöht die Durchlässigkeit der Blutgefäße. Wird die Bradykinin-Herstellung durch C1-INH nicht in Grenzen gehalten, kann es zu Schwellungsattacken kommen.

Histamin

Eiweißstoff, der bei einer allergischen oder allergieähnlichen Reaktion im Körper freigesetzt wird. Histamin bewirkt unter anderem, dass die Gefäßwände vorübergehend durchlässiger werden und Flüssigkeit aus dem Blutgefäß in das umliegende Gewebe gelangt: Es entsteht eine Schwellung. Die allergiebedingten Angioödeme werden deshalb auch als Histamin-vermittelte Angioödeme bezeichnet.

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Icatibant

= Bradykinin-Rezeptor-Antagonist. Synthetisch hergestellter Eiweißstoff, der eine ähnliche Struktur wie Bradykinin aufweist und dieses von seinem Rezeptor verdrängt. Icatibant wird zur Behandlung von Schwellungsattacken beim hereditären Angioödem mit C1-INH-Mangel eingesetzt.

Idiopathisch

= ungeklärte Ursache, unabhängig von anderen Krankheiten entstanden.

Intubation

Einführen eines Schlauches über Mund oder Nase zur Sicherung der Atemwege und der Atmung.

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Kallikrein-Kininsystem

Häufig auch nur "Kininsystem" genannt. Das Kallikrein-Kinin-System besteht aus verschiedenen Blut-Eiweißen, die zahlreiche Prozesse und Reaktionen im Körper beeinflussen, wie z. B.  Entzündung, Gerinnung,  Blutdruckkontrolle und Schmerzen. Bei einer Aktivierung des Kinin-Systems wird vermehrt Bradykinin gebildet. Die Substanz Bradykinin führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße und erhöht die Durchlässigkeit der Gefäßwände.

Kininsystem

Auch Kallikrein-Kinin-System genannt. Das Kinin-System besteht aus verschiedenen Blut-Eiweißen, die zahlreiche Prozesse und Reaktionen im Körper beeinflussen, wie z. B.  Entzündung, Gerinnung,  Blutdruckkontrolle und Schmerzen. Bei einer Aktivierung des Kinin-Systems wird vermehrt Bradykinin gebildet. Die Substanz Bradykinin führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße und erhöht die Durchlässigkeit der Gefäßwände.

Komplementfaktoren

Eiweißstoffe des Komplementsystems.

Komplementsystem

Als Komplementsystem bezeichnet man eine bestimmte Reaktionskette im Körper, die mehr als 30 Eiweiße – letztere sind im Blut gelöst oder an der Oberfläche von Zellen gebunden – einbezieht. Das Komplementsystem ist ein Teil des Immunsystems und unter anderem für die Zerstörung bzw. Auflösung eingedrungener Fremdzellen, Bakterien und Viren sowie für Entzündungsreaktionen verantwortlich.

Koniotomie

Eröffnen der Atemwege in Höhe des Kehlkopfes: Bei der Koniotomie wird das Band zwischen Ring- und Schildknorpel am Kehlkopf operativ durchtrennt.

Kortikosteroid

Kortikosteroide werden als Medikamente eingesetzt, um Entzündungsreaktionen bei Allergien zu unterdrücken. Ein körpereigenes Kortikosteroid ist das Hormon Kortison, das in der Nebennierenrinde gebildet wird.

Kortison

Kortison (Cortison, Kortikosteroid) ist ein körpereigenes Hormon aus der Nebennierenrinde. Der Wirkstoff wird auch häufig als Medikament eingesetzt. Unter anderem unterdrückt Kortison die Entzündungsreaktion bei Allergien.

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Laryngoskopie

Untersuchung des Kehlkopfes mit einem Kehlkopfspiegel.

Larynx

= Kehlkopf. Teil des Atemtrakts, der den Übergang vom Rachen zur Luftröhre im vorderen Halsbereich bildet.

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Magnetresonanztomographie

Abkürzung: MRT oder MR. Verfahren, mit dem man Schnittbilder des Körpers erzeugen und so Organe und krankhafte Organveränderungen untersuchen kann. Für die Aufnahme der Schnittbilder werden Magnetfelder eingesetzt.

Mutation

Veränderung des Erbgutes.

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Neumutation

Von einer Neumutation spricht man, wenn die Veränderung einer Erbanlage spontan auftritt, das heißt ohne Vererbung.

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Opiate

Gruppe von Substanzen mit morphinähnlicher Wirkung. Opiate werden unter anderem als Medikamente bei starken Schmerzen eingesetzt.

Östrogene

= weibliche Geschlechtshormone.

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Pathophysiologie

Lehre von den krankhaften Lebensvorgängen und Funktionsstörungen des Organismus.

Prodromi

Vorboten bzw. Vorläufersymptome. Ein Vorbote von Schwellungsattacken kann z. B. das Erythema marginatum sein.

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Stridor

Pfeifendes Atemgeräusch. Mögliches Anzeichen für eine Schwellungsattacke im Kehlkopfbereich. Das krankhafte Atemnebengeräusch entsteht durch eine Verengung bzw. teilweise Verlegung der Atemwege.

Symptome

Krankheitszeichen: Begleiterscheinungen bzw. Merkmale eines Krankheitsbildes.

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Tracheotomie

"Luftröhrenschnitt": operative Eröffnung der Luftröhre.

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Urtikaria

Die Urtikaria ist eine der häufigsten Erkrankungen der Haut. Sie ist auch unter den Namen Nesselsucht, Quaddelsucht oder Nesselfieber bekannt. Ungefähr jeder vierte Mensch ist im Laufe ihres oder seines Lebens betroffen. Bei der Urtikaria kommt es zum plötzlichen Auftreten von juckenden Quaddeln an der Haut (mehr Informationen unter www.urtikaria.net)

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Vasoaktiv

= die Gefäßwand bzw. den Spannungszustand der Blutgefäße beeinflussend. Bestimmte vasoaktive Substanzen (z. B. Histamin oder Bradykinin erhöhen vorübergehend die Durchlässigkeit der Gefäßwand – die Folge ist ein Flüssigkeitsübertritt mit Schwellung der Haut und/oder Schleimhaut.